Tourtagebuch – Tag 25 – Etappe mit Hindernissen

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Tag 24 – Montag 2. Juni

Vorgestern bin ich von meinen netten Warmshower Hosts Jim und Julie in San Diego aufgebrochen. Jim hat mich netterweise ca 20 Meilen begleitet und mein Rad im Auge behalten, während ich ein bisschen einkaufen war. Um von San Diego nach Phoenix zu kommen muss man erstmal nen Berg über- und dann eine Wüstenregion durchqueren. Dort, wo ich die Laguna Mountains überquert habe sind sie ca. 1200 Meter hoch und da ich von etwa Meereshöhe gestartet bin, ich dazu ca. 20 Kg Gepäck habe und es heiß werden sollte, hab ich mir den Aufstieg in 2 Tage eingeteilt. Am ersten Tag hab ich etwa 600 Höhenmeter auf 52 Kilometern gemacht und konnte die Nacht gut schlafen ;-)

Tag 25 – Dienstag 3. Juni

Am Tag zuvor konnte ich mir was ähnliches, wie Tesa Powerstrips kaufen, um meine GoPro flexibel am Rad zu befestigen. Froh darüber und über meinen frühen Start mit 8:30 ging mit Musik in den Ohren los. Bergauf… Und bergauf… Und bergauf… Es wurd wärmer und wärmer. Im Schatten gabs dann schöne 42°C. Und so quälte ich mich mehr oder weniger 75 Km hoch. Die letzte Meile auf dem Zipfel von Jacumba war eine Baustelle und Bob der Builder (kein Scherz!) fuhr mich, mein Rad und mein Gepäck in nem LKW durch die Baustelle. Von da an ging es nur noch bergab und ich hab mich schon auf ne schöne lange entspannende Abfahrt gefreut. Zu früh allerdings:

Nach etwa einer Meile – ich schau grad kurz auf mein Tacho (52 km/h) – ging quer über die ganze Straße ein etwa 3 cm hoher und 3 cm langer Huppel (wie auch immer der dahin gekommen ist und was auch immer der da zu suchen hatte). Ich hab nur noch ein unschönes Geräusch gehört und ging sofort in die Bremse. Als ich dann stand, hab ich’s vorne gehört: Pffffffffft… Der Reifen wurd immer platter und platter. “Kacke, hoffentlich is der Hinterreifen noch ganz.” Ich dreh mich um: Pffffffffff…..
Locker 40°C, kein Schatten in Sicht und nur ein Reserverschlauch. Juchu! Abenteuer Baby!

Im ersten Wagen, den ich angehalten hab, saß Jack. Er hatte zufälligerweise keinen Reserveschlauch mit sich und fuhr auch zufälligerweise nicht in meine Richtung gen El Centro (wo der nächste Radladen wäre), aber er könne mich in ner halben Stunde mit zurück nach Alpine nehmen. Dort also, wo ich morgens vergnügt losgefahren bin. Was blöderweise hiesse, dass ich nochmal bei der Bullenhitze 75 Km bergauf fahren müsste. Ich wollte also erstmal versuchen einen Schlauch zu wechseln und einen der beiden kaputten zu flicken oder ne andere Mitfahrgelegenheit nach El Centro zu kriegen.

Währenddessen ist auch noch meine neue Sonnenbrille einfach mal auseinandergesprungen. Vielleicht durch die Hitze, vielleicht um mich zu ärgern.
Letztendlich kam Jack ne halbe Stunde später wieder, half mir mit Wasser, Frischetüchern, Ducktape und vor allem mit nem schönen Gespräch und seiner guten Laune! Ein Schlauch hab ich getauscht, einen anderen mit 2 Patches und Ducktape repariert und anschließend konnte es weiter gehen. Bergab… Richtung El Centro :-)

Auf den nächsten 60 Km bin ich durch atemberaubende Landschaften am Rand der Wüste Imperial Valley angekommen (leider zu diesem Zeitpunkt für Fotos/Videos zu faul), bin auf einer Strasse gefahren, die wirklich 20 Km nur schnurgerade verlief und bin nach 138 Km fertig, wie ein Brötchen, aber mitm Grinsen im Gesicht in El Centro angekommen. Da der einzige Campingplatz hier leider $40 pro Nacht kostet, hab ich mir luxuriöserweise ein Motel für $50 gegönnt.

http://vimeo.com/97388210

Heute mach ich mit ca 45 Km nach Brawley nen ruhigen Tag, bevor es dann morgen ca. 90 Km richtig durch die Wüste (Algodones Dünen) geht. Gestern hab ich ca. 5 Liter getrunken und morgen werd ich etwa 7 Liter bei mir und die Möglichkeit haben nach der Hälfte der Strecke aufzufüllen. Wird ein Höllenritt :-)

4 comments to [de]Tourtagebuch – Tag 25 – Etappe mit Hindernissen[/de][en]Tourdiary Day 25 – Stage with humps[/en]

  • Matthias  says:

    Oh Junge, was eine Misere. Was für ein Material fährst du da durch die Wüste? Ich denke mal Schwalbe und Conti ist da nicht oder?

    Ich hoffe, du hast ab jetzt mehr Glück.
    Keep on rollin,
    Matthias

  • Tobi  says:

    In der Tat hatte ich ursprünglich hinten nen Conti 4 Seasons Mantel drauf. Hinten der Mantel hat in L.A. den Geist aufgegeben und vorne musste ich heut morgen innen mit Ducktape flicken. Mal gucken, wie lange der noch macht :-)

  • Matthias  says:

    Schön gelöst ;-)

  • Life is a book  says:

    […] Tom, der mich mit Ducktape, Wasser und Motivation versorgt hab, habt ihr hier schon […]

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