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Tourtagebuch – Tag 47

https://vimeo.com/99388605

In den letzten Tagan war ich hauptsächlich in Utah unterwegs und wie man vielleicht auch im Video und auf den Bildern sehen kann, hat es mir hier bisher landschaftlich am besten gefallen. Wirklich atemberaubend schön! Aber abgesehen von der tollen Landschaft, möchte ich mal was zu den Menschen loswerden. Man trifft unheimlich viele interessante, nette, hilfsbereite, interessierte Leute hier und da:

  • Helen und Anna haben mich ne Woche in ihrem Appartment in San Francisco wohnen lassen.
  • Yosi, Alex und das ganze Murray-Haus haben mit ebenfalls ne Woche in ihrem Haus in San Francisco wohnen lassen.
  • Tom aus Carmel hat mich und Mathilde abends zum Bierchen aufm Campingplatz eingeladen
  • Meine Warmshower-Hosts in L.A. haben mich eine Woche bei ihnen Wohnen lassen und mit Essen versorgt.
  • Von Tom, der mich mit Ducktape, Wasser und Motivation versorgt hab, habt ihr hier schon gelesen.
  • Als ich mal kurz angehalten habe, um auf die Karte zu gucken, hat eine Frau angehalten und mir meine Trinkflaschen mit kühlem Eiswasser aufgefüllt.
  • Meine Warmshower-Hosts in San Diego haben mir abgesehen vom Essen einen weitere Flaschenhalter samt Trinkflasche geschenkt.
  • Als ich Pause an einer Tanke gemacht hat, hat mir jemand eine leckere Zimtschnecke von Burger King geschenkt.
  • Eine Gruppe Radler, die ich getroffen habe, schenkten mir einfach so 20 Dollar, nachdem ich erzählte, dass ich nur zelte und sparsam reise.
  • Meine Warmshower-Hosts in Pheonix Silverio und Susan haben mich ins Restaurant und zum Baseballmatch eingeladen und sind mit mir zum REI und Walmart gefahren.
  • Als ich mal einen Platten hatte und keinen Reserveschlauch und Flickzeug übrige hat Tom angehalten und mir Flickzeug und einen Reserveschlauch geschenkt.
  • Der östliche Campingplatz am Grand Canyon war voll, so dass mich Tim, Elizabeth, Vincent und Meg (Australien) auf ihren Platz und zum Essen eingeladen haben.
  • Nach einer anstrengenden Etappe mit viel Gegenwind (um die 90 km/h sagte der Wetterbericht) hatte ich kein Wasser mehr und habe an ‘nem Haus gefragt. Tim und seine Frau haben mich mit Wasser, Brot, Obst und Gemüse versorgt.
  • Im Bryce Canyon habe ich Stefan und Tanja aus Augsburg getroffen, die mich zum Bierchen, zum Frühstück und zur Wanderung durch den Bryce Canyon eingeladen haben.
  • Am nächsten Tag habe ich Danny und Kyle getroffen und wir sind 7 Tage zusammen geradelt, haben viel gesehen und erlebt und unheimlich viel Spass miteinander gehabt.
  • Unsere Warmshower-Hosts Bill und Sue aus Mancos versorgten und mit Pancakes und Brownies und liehen uns ihr Auto um in den Mesa Verde Nationalpark zu fahren.
  • Hier und da habe ich Kaffee oder Softdrinks spendiert bekommen.

Überall wird man interessiert gefragt, woher man kommt, wohin man fährt und daraus entwickeln sich interessante Gespräche. Man kriegt viel Tipps zur Gegend und Einladungen und auch viele andere Dinge, wie ihr sehen könnt. Mit soviel Herzlichkeit hab ich eigentlich gar nicht gerechnet und bin ein bisschen gerührt :-)

Tourtagebuch – Tag 25 – Etappe mit Hindernissen

Tag 24 – Montag 2. Juni

Vorgestern bin ich von meinen netten Warmshower Hosts Jim und Julie in San Diego aufgebrochen. Jim hat mich netterweise ca 20 Meilen begleitet und mein Rad im Auge behalten, während ich ein bisschen einkaufen war. Um von San Diego nach Phoenix zu kommen muss man erstmal nen Berg über- und dann eine Wüstenregion durchqueren. Dort, wo ich die Laguna Mountains überquert habe sind sie ca. 1200 Meter hoch und da ich von etwa Meereshöhe gestartet bin, ich dazu ca. 20 Kg Gepäck habe und es heiß werden sollte, hab ich mir den Aufstieg in 2 Tage eingeteilt. Am ersten Tag hab ich etwa 600 Höhenmeter auf 52 Kilometern gemacht und konnte die Nacht gut schlafen ;-)

Tag 25 – Dienstag 3. Juni

Am Tag zuvor konnte ich mir was ähnliches, wie Tesa Powerstrips kaufen, um meine GoPro flexibel am Rad zu befestigen. Froh darüber und über meinen frühen Start mit 8:30 ging mit Musik in den Ohren los. Bergauf… Und bergauf… Und bergauf… Es wurd wärmer und wärmer. Im Schatten gabs dann schöne 42°C. Und so quälte ich mich mehr oder weniger 75 Km hoch. Die letzte Meile auf dem Zipfel von Jacumba war eine Baustelle und Bob der Builder (kein Scherz!) fuhr mich, mein Rad und mein Gepäck in nem LKW durch die Baustelle. Von da an ging es nur noch bergab und ich hab mich schon auf ne schöne lange entspannende Abfahrt gefreut. Zu früh allerdings:

Nach etwa einer Meile – ich schau grad kurz auf mein Tacho (52 km/h) – ging quer über die ganze Straße ein etwa 3 cm hoher und 3 cm langer Huppel (wie auch immer der dahin gekommen ist und was auch immer der da zu suchen hatte). Ich hab nur noch ein unschönes Geräusch gehört und ging sofort in die Bremse. Als ich dann stand, hab ich’s vorne gehört: Pffffffffft… Der Reifen wurd immer platter und platter. “Kacke, hoffentlich is der Hinterreifen noch ganz.” Ich dreh mich um: Pffffffffff…..
Locker 40°C, kein Schatten in Sicht und nur ein Reserverschlauch. Juchu! Abenteuer Baby!

Im ersten Wagen, den ich angehalten hab, saß Jack. Er hatte zufälligerweise keinen Reserveschlauch mit sich und fuhr auch zufälligerweise nicht in meine Richtung gen El Centro (wo der nächste Radladen wäre), aber er könne mich in ner halben Stunde mit zurück nach Alpine nehmen. Dort also, wo ich morgens vergnügt losgefahren bin. Was blöderweise hiesse, dass ich nochmal bei der Bullenhitze 75 Km bergauf fahren müsste. Ich wollte also erstmal versuchen einen Schlauch zu wechseln und einen der beiden kaputten zu flicken oder ne andere Mitfahrgelegenheit nach El Centro zu kriegen.

Währenddessen ist auch noch meine neue Sonnenbrille einfach mal auseinandergesprungen. Vielleicht durch die Hitze, vielleicht um mich zu ärgern.
Letztendlich kam Jack ne halbe Stunde später wieder, half mir mit Wasser, Frischetüchern, Ducktape und vor allem mit nem schönen Gespräch und seiner guten Laune! Ein Schlauch hab ich getauscht, einen anderen mit 2 Patches und Ducktape repariert und anschließend konnte es weiter gehen. Bergab… Richtung El Centro :-)

Auf den nächsten 60 Km bin ich durch atemberaubende Landschaften am Rand der Wüste Imperial Valley angekommen (leider zu diesem Zeitpunkt für Fotos/Videos zu faul), bin auf einer Strasse gefahren, die wirklich 20 Km nur schnurgerade verlief und bin nach 138 Km fertig, wie ein Brötchen, aber mitm Grinsen im Gesicht in El Centro angekommen. Da der einzige Campingplatz hier leider $40 pro Nacht kostet, hab ich mir luxuriöserweise ein Motel für $50 gegönnt.

http://vimeo.com/97388210

Heute mach ich mit ca 45 Km nach Brawley nen ruhigen Tag, bevor es dann morgen ca. 90 Km richtig durch die Wüste (Algodones Dünen) geht. Gestern hab ich ca. 5 Liter getrunken und morgen werd ich etwa 7 Liter bei mir und die Möglichkeit haben nach der Hälfte der Strecke aufzufüllen. Wird ein Höllenritt :-)

Tourtagebuch – Tag 14

https://vimeo.com/96340489

Nun bin ich seit etwa 2 Wochen unterwegs, hab schon viel gesehen und viele Leute kennengelernt. Am 5. Tag meiner Tour hab ich die AMGEN Tour of California miterlebt, dazu gibts hier mehr zu lesen. Eines Tages haben Mathilde und ich von einer Klippe aus eine Grauwalmutter mit ihrem Grauwalbaby an der Küste entlangschwimmen sehen. Meine ersten Wale :-)

Am selben Tag haben wir auch Tom, mehrmals getroffen und den Abend auf dem Campingplatz mit ihm verbracht. Jeder Mensch hat ein Hobby. Seines ist ausgefallene Liegeräder aus Holz zu bauen: http://www.woodenbikes.com. Am Tag danach gab es in Oceano keinen Campingplatz mit Hike & Bike Area. Die Campingplätze sind normalerweise für große Wohnmobile oder Autos mit Zelt ausgelegt, aber viele haben auch eine Hike & Bike Area für die verrückten Leute, die sich mit dem Fahrrad oder gar zu Fuss fortbewegen. Da wir auch nicht weiter oder zurück wollten, hatten wir Glück, dass Fred (ein seit 20 Jahren durch Kalifornien tourender Iraner) uns eingeladen hat unser Zelt auf seinem Campground aufzustellen. Dort gesellte sich auch nächsten abend auch noch Bastien aus Frankreich zu uns. Die nächsten Tage haben wir in Santa Barbara verbracht, bei Eric und Matt die Couch gesurft, ein bisschen abgehangen, Godzilla (sehr tiefgreifender Film ;) im Kino gesehen und ein bisschen im REI (Outdoorshop) geshopped. Ich bin nun umgestiegen vom Spirituskocher auf Gaskocher. In Los Angeles im Burger King hab ich noch ein cooles Gespräch mit Eric gehabt, der jeden Tag einen Unbekannten nach seiner Geschichte fragt :-)

Mathilde hat sich in Santa Barbara gen New York verabschiedet und seitdem bin ich mehr oder weniger erstmal wieder alleine unterwegs. Momentan bin ich in Los Angeles, aber dazu gibt’s dann später vielleicht nen eigenen Artikel :-)

PS: Wenn jemand irgendwelche Fragen hat zur Verpflegung, Fahrrad, Camping, Amerikaner, Strassen, Tieren oder was auch immer: her damit!

Tourtagebuch – Tag 4

http://vimeo.com/95239905

So! Die ersten 4 Tage sind geschafft. Und somit auch etwa die ersten 300 km. Die Pazifikküste ist echt schön, wenn auch teilweise sehr windig. Zumeist gabs aber Rückenwind, da dieser aus Nordwest bläst. Unterwegs trifft man viele Leute, die alle ganz interessiert sind, wo man herkommt und was mit dem Fahrrad vorhat und dann erstaunt aus der Wäsche gucken, wenn man mit “going to New York” antwortet. Aber bisher alle sehr nett und hilfsbereit, wenn es um Umwege, Wasser oder sonstige Auskunft geht. Mit der Knarre hat noch keiner auf mich gezielt :-p

Auf den Campingplätzen lernt man auch viele Leute kennen. So hab ich schon eine Einladung nach Polen und reise momentan mit Mathilde aus Frankreich. Ich hab zum ersten mal frei lebende Seelöwen gesehen (die wirklich Krach machen können), Waschbären (die Nachts die Verpflegung wegfuttern), Rehe, Reichhörnchen, bunter Vögel, ein klitzekleines Krokodil und ne Menge toller Aussichten :-)