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Tourtagebuch – Tag 0

http://vimeo.com/94723843

Yeah, nun ist es soweit. Rad ist angekommen, Klamotten sind angekommen, Gepäckträger montiert, Taschen gepackt und morgen gehts los! Nach 2 Wochen verlasse ich dann das wirklich tolle San Francisco und mache mich auf gen New York – wenn auch mit einigen Zwischenstopps. Bedanken möchte ich mich bei meinen tollen Gastgebern Helen, Anna, Yosi, Alex, Ben, Constantine, Emmett und zu guter letzt Paul, dem Bike Doctor!
Wen es interessiert: mein Rad wiegt 9 kg, meine Ausrüstung insgesamt 18 kg und das hier hab ich bei mir :-)

Meine komplette Ausrüstung / My complete equipment

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If you’re going to San Francisco

Nach nun genau einer Woche gibt’s meine ersten Eindrücke aus den USA und San Francisco. Von Medellín aus ging es via Fort Lauderdale, wo ich erstmal 2 Stunde in der Schlange warten musste, bis der nette Officer Smith mich in die USA hat einreisen lassen, nach San Francisco. Hunger gehabt wie am Spiess, ein typisches Burger Menü gekauft und mit einem weinenden Auge den kolumbianischen Preisen hinterhergetrauert. Mit meiner Woche USA-Erfahrung sind die Preise hier schätzungsweise so hoch (oder niedrig), wie in Deutschland. Was mir noch so auffällt: alles ist größer und breiter. Nicht nur die Menschen ;-) Die Straßen und Bürgersteige sind megabreit, die Mülleimer sind doppelt so groß, wie bei uns, die Autos sind natürlich alle megafett und auch 98% aller Produkte im Supermarkt. In den zwei größeren Supermärkten, in denen ich war, ist es nicht möglich ein einzelnes Bier zu kaufen. Mindestens Sixpack muss es sein. Oder halt ne stilvolle 1-Liter-Dose :-)

Die Menschen sind alle nett, freundlich, hilfsbereit und hören sich an, wie im Fernsehen ;-) Alles wird enthusiastisch betont und sowieso ist ja auch alles wonderful, great and fantastic. Find es immer wieder erstaunlich, wie die Leute sich für alles so begeistern können oder zumindest so tun. Aber mir gefällts. Vermutlich ist die deutsche Sprache einfach sehr monoton und die Deutschen sehr zurückhaltend. Die Schweizer können da aber noch einen drauf setzen :-)

San Francisco ist unerwartet klein. Grade mal 800.000 Franziskaner leben hier auf 11 x 11 km. Man kommt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad (oder wie wohl die meisten Leute hier: mit dem Auto) schnell überall hin. San Francisco ist auch mehr oder weniger quadratisch (praktisch – gut) und umringt von Wasser. Im Westen gibt’s nen großen Pazifik, im Norden das goldene Tor, im Osten die Bucht und im Süden… Naja fast umringt von Wasser. Die famose Golden Gate Bridge ist auch gar nicht golden. Alles gelogen. Nichtsdestotrotz schon atemberaubend und je nach Wetter vielfältig schön. In den 121 km² gibt es diverse Hügel (die berühmtesten sind hier wohl die Twin Peaks, die ich auch beide bestiegen habe), viele Parks und Grünflächen zum Trinken, Rauchen, Essen oder einfach so abhängen. San Francisco gilt als sehr liberal (seit 1956 hat kein Republikaner mehr ne Wahl gewonnen, hat ein wirklich cooles Schwulenviertel) und innovativ (Facebook, Google, Amazon & Co testen vom Silicon Valley nebenan in San Francisco all ihre neuen coolen Dinge). Ich hab auch gehört als IT-Fuzzi mit einigen Jahren Erfahrung kann man im Silicon Valley problemlos nen Job mit schweizer Gehalt finden. Werd’s mal im Kopf behalten. Neben dem ganzen Junk- und Fastfood (wo ist der Unterschied?) gibt es auch überraschenderweise viel Biogemüse, viele Märkte, auf denen Bauern der Umgebung ihre wirklich qualitativ hochwertigen Waren feilbieten. Wer möchte kann sich also auch super gesund ernähren.

Seit einer Woche lebe ich bei der super gastfreundlichen Helen und Anna (Kolumbien-Konnäktschn) auf dem Sofa, die mir, wenn sie Zeit haben San Francisco zeigen und die ich – wie man das dann so macht – gestern lecker bekocht habe. Tomatenbaguettes à la Tobi, Blumenkohlsuppe à la Opa de Tobi und Kaffee-Mandel-Rum-Schokoladen-Matsche. Gestern ist auch nach unglaublich schnellen 2,5 Tagen mein Rad angekommen, so dass ich heute erstmal ne 50 km Tour um und durch San Francisco, inklusive bergauf- und ab, Vogelschiss und Sonnenbrand gemacht habe. Was das Herz begehrt :-)

https://vimeo.com/93574421

Dies ist nur mein bescheidener Eindruck und ich hoffe niemanden auf die Füße zu treten. Alles in allem toll hier!

Cascada Salto de Candelas

http://vimeo.com/89804425

Letzte Woche sind wir mit einigen Leutchen zum zweitgrößten Wasserfall Kolumbiens gewandert. Nach der dreistündigen Busfahrt – ein Bagger in einer Baustelle musste erstmal einen Steinschlag wegbaggern – inklusive der konstant wummernden kolumbianischen Musik und Sly und Arnie auf spanisch sind wir am Startpunkt unserer Wanderung angekommen und sogar gestartet. Nach ca. 1,5 Stunden durch den Dschungel, hoch und runter, Steine, Matsche, Flüsse, links und rechts, Stufen so groß wie mancher (Lasten)Aufzug sind wir angekommen. Schwimmen war aus Gefährlichkeitsgründen leider nicht, dafür durfte – wer wollte – hinterm Wasserfall duschen. Auf dem Rückweg gabs noch Tarzan an der Liane, ohne Jane, dafür mit Lukas – ein Vorfahre der Affen :-)

Tobi auf dem Pferd

http://vimeo.com/85491919

Vor ein paar Wochen habe ich meine ersten Stunden auf einem Pferd verbracht. Wir waren noch einmal in dem schönen Dorf Jardin und dort gibt es einen tollen Wasserfall, der durch ein großes Loch in eine Höhe fliesst (oder fällt?). Dorthin gelangt man entweder durch eine lange Tageswanderung oder durch einen langen Tagesritt. Und dann war die Zeit reif für Tobi zum ersten Mal in seinem Leben auf einem Pferd zu sitzen :-)

Nach einem spontanen Grillabend mit diversen tollen Leuten, haben uns dann für den Pferderitt entschieden und am nächsten morgen um 8:00 ging es los. Ich bekam das größte Pferd aus der Gruppe und nach ein paar Minuten komisch seltsamen auf-dem-Pferd-sitzen-Momenten, hab ich mich aber doch schnell dran gewöhnt. Mein Pferd taufte ich auf den Namen Helga und wir kamen super miteinander zurecht: ich liess Helga am Wegesrand fressen, wenn sie wollte und ich es nicht eilig hatte und sie gehorchte dafür mir aufs Wort, bzw schnalzen und an den Zügeln ziehen. Ich glaube für die ersten Reitstunden war das, was wir da gemacht haben schon ziemlich fortgeschritten. Es ging teilweise richtig fies steiniges und enges Gelände bergauf, wie auch bergab. Wir sind über Felder, durch Schlamm und Flüsse, schmale Wege im Urwald und mit toller Aussicht auf die kolumnbianische Landschaft etwa 3 Stunden zu der Höhle geritten (und haben mit dem Pferdeboss Leo den ein oder anderen Schluck Aguadiente getrunken ;-)

Zu Schluss kletterten und wanderten wir noch etwa 20min durch den Urwald bis wir an der Höhle ankamen. Nach dem Ritt in der Sonne tat der Sprung ins kühle Nass und die Berieselung des fallenden Wasser besonders gut. Dann haben wir erstmal gemütlich was gegessen:  in Bananenblätter eingewickelte Banane, Reis und Fleisch. Eigentlich fehlte dann nur noch meine Hängematte ;-)

Zurück ging es dann auch wieder diesen unglaublichen Weg, der schon als Wanderung recht anspruchsvoll gewesen wäre, die Pferde aber einfach mal so mit uns auf dem Rücken zurücklegten. Als krönenden Abschluss hat es die letzten 20min nochmal ordentlichen tropischen Regen gegeben, so dass wir auch ordnungshalber bis auf die Unterbuxe durchgenässt wieder bei unserer Finca ankamen. Ich mag zwar lieber Katzen, aber Pferde mag ich nun auch ein bisschen. Alles in allem eine tolle Erfahrung!