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Tourtagebuch – Neue Route

Kurzes Update: Ich lebe noch. Mir geht’s super. Ich hab ne neue Route. Ich hab nen Hut. Ich hab tolle Leute kennengelernt. Ich war am, im und über’m Grand Canyon. Ich bin unterwegs. :-)

In der letzten Zeit hatte ich selten bis gar kein Internet und wenn, dann sehr schlechte Verbindung. Vielleicht wird’s besser, vielleicht nicht. Demnächst geht es durch verschiedene National Parks und Canyons in den Bundesstaat Utah und Colorado, um über Kansas und Missouri an die Küste zu gelangen und dann über Washington nach New York. Und demnächst kann ich dann auch hoffentlich wieder mehr Fotos und Videos hochladen :-)

Tourtagebuch – Tag 25 – Etappe mit Hindernissen

Tag 24 – Montag 2. Juni

Vorgestern bin ich von meinen netten Warmshower Hosts Jim und Julie in San Diego aufgebrochen. Jim hat mich netterweise ca 20 Meilen begleitet und mein Rad im Auge behalten, während ich ein bisschen einkaufen war. Um von San Diego nach Phoenix zu kommen muss man erstmal nen Berg über- und dann eine Wüstenregion durchqueren. Dort, wo ich die Laguna Mountains überquert habe sind sie ca. 1200 Meter hoch und da ich von etwa Meereshöhe gestartet bin, ich dazu ca. 20 Kg Gepäck habe und es heiß werden sollte, hab ich mir den Aufstieg in 2 Tage eingeteilt. Am ersten Tag hab ich etwa 600 Höhenmeter auf 52 Kilometern gemacht und konnte die Nacht gut schlafen ;-)

Tag 25 – Dienstag 3. Juni

Am Tag zuvor konnte ich mir was ähnliches, wie Tesa Powerstrips kaufen, um meine GoPro flexibel am Rad zu befestigen. Froh darüber und über meinen frühen Start mit 8:30 ging mit Musik in den Ohren los. Bergauf… Und bergauf… Und bergauf… Es wurd wärmer und wärmer. Im Schatten gabs dann schöne 42°C. Und so quälte ich mich mehr oder weniger 75 Km hoch. Die letzte Meile auf dem Zipfel von Jacumba war eine Baustelle und Bob der Builder (kein Scherz!) fuhr mich, mein Rad und mein Gepäck in nem LKW durch die Baustelle. Von da an ging es nur noch bergab und ich hab mich schon auf ne schöne lange entspannende Abfahrt gefreut. Zu früh allerdings:

Nach etwa einer Meile – ich schau grad kurz auf mein Tacho (52 km/h) – ging quer über die ganze Straße ein etwa 3 cm hoher und 3 cm langer Huppel (wie auch immer der dahin gekommen ist und was auch immer der da zu suchen hatte). Ich hab nur noch ein unschönes Geräusch gehört und ging sofort in die Bremse. Als ich dann stand, hab ich’s vorne gehört: Pffffffffft… Der Reifen wurd immer platter und platter. “Kacke, hoffentlich is der Hinterreifen noch ganz.” Ich dreh mich um: Pffffffffff…..
Locker 40°C, kein Schatten in Sicht und nur ein Reserverschlauch. Juchu! Abenteuer Baby!

Im ersten Wagen, den ich angehalten hab, saß Jack. Er hatte zufälligerweise keinen Reserveschlauch mit sich und fuhr auch zufälligerweise nicht in meine Richtung gen El Centro (wo der nächste Radladen wäre), aber er könne mich in ner halben Stunde mit zurück nach Alpine nehmen. Dort also, wo ich morgens vergnügt losgefahren bin. Was blöderweise hiesse, dass ich nochmal bei der Bullenhitze 75 Km bergauf fahren müsste. Ich wollte also erstmal versuchen einen Schlauch zu wechseln und einen der beiden kaputten zu flicken oder ne andere Mitfahrgelegenheit nach El Centro zu kriegen.

Währenddessen ist auch noch meine neue Sonnenbrille einfach mal auseinandergesprungen. Vielleicht durch die Hitze, vielleicht um mich zu ärgern.
Letztendlich kam Jack ne halbe Stunde später wieder, half mir mit Wasser, Frischetüchern, Ducktape und vor allem mit nem schönen Gespräch und seiner guten Laune! Ein Schlauch hab ich getauscht, einen anderen mit 2 Patches und Ducktape repariert und anschließend konnte es weiter gehen. Bergab… Richtung El Centro :-)

Auf den nächsten 60 Km bin ich durch atemberaubende Landschaften am Rand der Wüste Imperial Valley angekommen (leider zu diesem Zeitpunkt für Fotos/Videos zu faul), bin auf einer Strasse gefahren, die wirklich 20 Km nur schnurgerade verlief und bin nach 138 Km fertig, wie ein Brötchen, aber mitm Grinsen im Gesicht in El Centro angekommen. Da der einzige Campingplatz hier leider $40 pro Nacht kostet, hab ich mir luxuriöserweise ein Motel für $50 gegönnt.

http://vimeo.com/97388210

Heute mach ich mit ca 45 Km nach Brawley nen ruhigen Tag, bevor es dann morgen ca. 90 Km richtig durch die Wüste (Algodones Dünen) geht. Gestern hab ich ca. 5 Liter getrunken und morgen werd ich etwa 7 Liter bei mir und die Möglichkeit haben nach der Hälfte der Strecke aufzufüllen. Wird ein Höllenritt :-)

4 Tage in Los Angeles

https://vimeo.com/96732205

Da ich auf meine online bestellte Sonnenbrille mit Stärke warten musste, habe ich 4 Tage in Los Angeles verbracht. Wirklich gastfreundlich untergebracht war ich bei Mathis und Donna, wo ich Freitag Abend auch eine Sabbatfeier mitbekam. Wirklich nett und interessant und ich hatte länger nicht mehr so gut und viel gegessen! Getreu meinem Motto “Two-Tasks-A-Day-Keeps-The-Doctor-Away” habe ich mir kein Touristress gemacht, sondern mir nur einige Sachen angeschaut, die teils wirklich interessant waren und teils halt Ami-Quatsch ;-)

Santa Monica Pier
Hey, da ist ein Pier. Lasst und mal nen Vergnügungspark drauf bauen! Nun ja… Der Strand ist riesig und ganz nett.

Walk of Fame in Hollywood
Ne Menge Sternchen. Ne Menge bunter Figuren. Ne Menge Touristen

Griffith Observatorium
Da war ich am Memorial Day oben, daher ziemlich voll mit Touris. Aber schöner Aufstieg mitm Rad und gute Aussicht auf L.A.

Chinatown und Downtown
Chinatown voller Chinesen samt Geschäften und Restaurants. Downtown voller Wolkenkratzer und Restaurants.

California Science Center mit der Endeavour
Das war cool! Hab ne Menge Satelliten gesehen, Sojus- und Apollo-Kapseln, einige Flieger und die Endeavour. Ich finds faszinierend was die Weltraumforschung für technische und wissenschaftliche Leistungen vollbracht haben. Fliegen auf den Mond mit nem Computer, der schwächer ist als jedes Handy heutzutage!

La Brea Tar Pits
Weltweit gibts es 6 bekannte Tar Pits, davon 4 in Kalifornien. Tar Pits sind eine Art See oder Sumpf bestehend aus flüssigen Teer (natürlicher Asphalt/Bitumen), der durch den Erdmantel an die Oberfläche kommt. Da diese oft mit Wasser oder Laub bedeckt waren, starben dort ne ganze Menge dummer Tiere, die heutzutage dann ausgebuddelt und untersucht werden. Die Skelette saugen den Teer auf, werde dunkler und sind in sehr gutem Zustand. Und dann ist man mitten in der 3,7 Millionen Metropole Los Angeles und sieht einen eingezäunten blubbernden See aus Teer :-)There are 6 Tar Pits worldwide is a kind of lake or moor composed of natural asphalt, cracking through the earths mantle to the surface. Often those were covered with water or leafs a lot of stupid animals died in them, which today are excavated and researched. The skeletons are darker and in very good condition because of the tar. Then you are standing in a 3.7 Million Metropole Los Angeles and looking into a fenced lake of bubbelling tar :-)

Insgesamt ganz nett, aber San Francisco oder Santa Barbara gefiel mir besser und ich freu mich spätestens morgen wieder auf dem Sattel zu sein und weiter zu radeln. :-)

Tourtagebuch – Tag 14

https://vimeo.com/96340489

Nun bin ich seit etwa 2 Wochen unterwegs, hab schon viel gesehen und viele Leute kennengelernt. Am 5. Tag meiner Tour hab ich die AMGEN Tour of California miterlebt, dazu gibts hier mehr zu lesen. Eines Tages haben Mathilde und ich von einer Klippe aus eine Grauwalmutter mit ihrem Grauwalbaby an der Küste entlangschwimmen sehen. Meine ersten Wale :-)

Am selben Tag haben wir auch Tom, mehrmals getroffen und den Abend auf dem Campingplatz mit ihm verbracht. Jeder Mensch hat ein Hobby. Seines ist ausgefallene Liegeräder aus Holz zu bauen: http://www.woodenbikes.com. Am Tag danach gab es in Oceano keinen Campingplatz mit Hike & Bike Area. Die Campingplätze sind normalerweise für große Wohnmobile oder Autos mit Zelt ausgelegt, aber viele haben auch eine Hike & Bike Area für die verrückten Leute, die sich mit dem Fahrrad oder gar zu Fuss fortbewegen. Da wir auch nicht weiter oder zurück wollten, hatten wir Glück, dass Fred (ein seit 20 Jahren durch Kalifornien tourender Iraner) uns eingeladen hat unser Zelt auf seinem Campground aufzustellen. Dort gesellte sich auch nächsten abend auch noch Bastien aus Frankreich zu uns. Die nächsten Tage haben wir in Santa Barbara verbracht, bei Eric und Matt die Couch gesurft, ein bisschen abgehangen, Godzilla (sehr tiefgreifender Film ;) im Kino gesehen und ein bisschen im REI (Outdoorshop) geshopped. Ich bin nun umgestiegen vom Spirituskocher auf Gaskocher. In Los Angeles im Burger King hab ich noch ein cooles Gespräch mit Eric gehabt, der jeden Tag einen Unbekannten nach seiner Geschichte fragt :-)

Mathilde hat sich in Santa Barbara gen New York verabschiedet und seitdem bin ich mehr oder weniger erstmal wieder alleine unterwegs. Momentan bin ich in Los Angeles, aber dazu gibt’s dann später vielleicht nen eigenen Artikel :-)

PS: Wenn jemand irgendwelche Fragen hat zur Verpflegung, Fahrrad, Camping, Amerikaner, Strassen, Tieren oder was auch immer: her damit!