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Ab in die Wüste

https://vimeo.com/86828898

Letzte Woche ging es zum nördlichsten Punkt des kolumbianischen Festlandes in die Wüste Guajira. Nach etwa 20 Stunden Busfahrt von Medellín aus sind wir in Maicao bei Freunden von Freunden untergekommen und dort habe ich meine erste Nacht in einer Hängematte verbracht – genauer gesagt in einer Cuchara. Die Cucharas (typische Hängematten an der Küste) haben gegenüber den normalen Hängematten (Hamacas) an den Seiten noch Stoffnetze runterhängen (siehe hier), die man zum schlafen über sich hochklappen kann. Man schläft, wie in einem Kokon und heraus kommt ein wunderbarer Schmetterling – fast ;-)

Nach der Fahrt ging es per Jeep und vielen Einheimischen weiter nach Uribia, die Stadt mit den meisten indigenen Einwohnern Kolumbiens. Von dort ging in einem wieder vollgepackten Jeep weiter zum ersten Ziel Cabo de la Vela, wo wir zwei Tage und Nächte an Stränden, in Wüsten, auf Salzseen, in Zelten und Hängematten verbrachten.

Dort lernten wir einen Indigenen mit dem Spitznamen Gringo kennen, der uns die Tour nach Punta Gallinas für $120.000 (ca. 48€) angeboten hatte. Wir hatten vorher Angebote von $150.000 (ca. 60€) und $200.000 (ca. 80€) bekommen. Seine Tour würden wir auf zwei Motorrädern machen und damit auch in Punta Gallinas die Dünen, und den Leuchtturm besuchen. Und eine Mahlzeit dort kostet nur $10.000 (4€) anstatt $15.000 (6€)und eine Nacht in der Hängematte auch nur $10.000 anstatt $15.000 und eigentlich ist es ja sowieso alles ganz günstig da. Zwei von uns haben dem Gringo dann zugesagt.


Am nächsten Tag war dann nur ein Motorrad da und einer von uns musste mit einem schon ziemlich dem Tod nahem Jeep mitfahren, wir konnten uns aber zwischendurch mit dem auch angeschlagenem Motorrad abwechseln. So ging es also ca. 100km durch die Wüste. Nach zwei Pausen, in der die Motorhaube vom Jeep festgebunden werden musste, damit sie nicht immer während der Fahrt aufgeht und nach einer Pause, weil der Jeep dann einen Platten hatte, wollte die Benzinpumpe dann irgendwann auch nicht mehr pumpen und so standen wir da. Glücklicherweise waren wir in einer Gruppe bestehend aus 2 Jeeps und einem Motorrad, so dass wir uns dann alle in den anderen Jeep gequetscht haben und letztendlich nach ca. 7 Stunden auch in Punta Gallinas angekommen sind. Dort hat sich unser Guide Gringo dann erstmal was gegessen und ist verschwunden. Nachdem wir die wirklichen Preise erfahren haben und auch, dass uns die Tour noch weitere $25.000 (10€) kosten würde, haben wir beschlossen uns nicht durch unseren Gringo die Laune verderben zu lassen, sondern ihm einfach alles zuviel bezahlte von seiner Bezahlung abzuziehen :-)

Mit 4 Leuten haben wir dann die Tour zu einem Leuchtturm, zu einem phänomenal tollem Ausblick, zu den Dünen und einem Sonnenuntergang am Strand gemacht. Das war teilweise wirklich atemberaubend schön. Abends wurde zu ein paar Bierchen mit den anderen Reisenden über Lebenspläne und Gringo philosophiert, mit den Guides über den Ablauf der Tour und die Abfahrt am nächsten Morgen diskutiert, bevor es dann in die Hängematte ging. Da wir um 6 Uhr losfahren wollten, ging es um 8 Uhr los mit Gringo-Tours. Nach insgesamt 32 Stunden fahrt mit Motorrad, Jeep, Bus, Nachtbus und Metro bin ich nun wieder in Medellín und werde mich in den nächsten Tagen zu einem Weingut in der Nähe von Bogotá aufmachen, wo ich 2 – 3 Wochen arbeiten möchte :-)


Aus gegebenen Anlass

Ausflug nach Jardín

Letztes Wochenende waren wir in Jardin – einer kleinen schnuckeligen Stadt und Gegend, in der bedingt durch ihr Klima lecker Kaffee angebaut wird. Infos zu Jardin gibts hier. Nach ca. 3,5 Stunden Autofahrt über typisch kolumbianische Landstrassen (mal gibt’s Asphalt ohne Schlaglöcher, mal mit Schlaglöchern, mal keinen Asphalt :-) sind wir in Jardin am typisch kolumbianischen Park (asphaltiert mit bisschen Grün und Kirche dabei) angekommen. Nach ner typisch kolumbianischen (ok, das letzte Mal…) Bandeja Paisa sind wir zur tollen Finca von Alexa und haben erstma ne typisch kolumbianische (aber jetzt wirklich das letzte Mal ;-) Siesta gemacht.

http://vimeo.com/79836014

Dann und in den nächsten Tagen haben wir uns von nem netten Cafe-Bauern die Herstellung seines Cafés erklären lassen, diesen auch getrunken und uns von seiner Frau super-mega-lecker bekochen lassen, haben Hunde gestreicheltt, sind mit ner Seilbahn zur schönen Aussicht gefahren, haben selbst hergestellten Süßkram in ner Familien-Tienda probiert und gekauft und Katzen gefüttert.

Wir haben tolle Leute samt ihren Katzen kennengelernt, haben Fisch geschmeckt, obwohl keiner drin war, haben mit Kühen und Vögeln gesprochen, haben Jaques Brel, Vivaldi und Metallica gehört und kleinen Jungen Parkplatzpesos gegeben. Toll so alles in allem :-)

Ein Wochenende in Medellín

Während ich diesen Beitrag schreibe liege ich bei gefühlten 20°C in einer Hängematte auf der Terrasse des Waffelhauses, schaue auf den Bildschirm, eine Seilbahn und eine Palme mit unreifen Kokosnüssen und höre Vogelgezwitscher, Verkehr und Schreiverkäufer.

Ich hab meinen Jetlag mittlerweile überwunden und die letzten Tage teils fleissig und teils faul erholsam verbracht:
Fleissig z.B., weil ich viele Stunden spanisch gepaukt habe (in den nächsten Tagen gibt’s dazu noch Privatunterricht), mir ne Wohnung angeschaut habe (und weitere anschauen werde), mir ne kolumbianische SIM besorgt habe (bzw. gekauft bekommen habe) und anderen Fleissigkeitskrams erledigt habe.
Erholsam, weil ich z.B. einige Stunde in oben genannter Hängematte verbracht habe, den Cerro el volador (einen naturbelassenen großen Hügel in Medellín) besucht habe, weil ich… Nun ja, ich hab viel Zeit in der Hängematte verbracht :-)

Mix-Medellin (23)

Medellín liegt auf 1500m und ist mit 2,7 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Kolumbiens. Sie ist umringt von Bergen, auf denen es auch viele barrios (Stadtviertel) gibt, die dann z.B mit der Seilbahn (el cable) oder diversen Rolltreppen erreicht werden können (neben spanisch lernen, mein Plan für heute). Die Leute hier in Medellín sind alle freundlich und hilfsbereit. Bei uns im barrio hört man immer von irgendwoher lateinamerikanische Musik und meistens auch die Schreiverkäufer, die ich so lustig finde. Die laufen oder fahren mit Karren durchs barrio, um Früchte, Getränke Besen oder anderes Gedöns zu verkaufen und preisen ihre Waren im 20-Sekunden-Takt lauthals an :-)

Ich hab hier schon einige neue Gerüche, Geräusche, Flora, Fauna, Speisen und Getränke kennengelernt. Die Kolumbianer kennen lustigerweise bis auf Salz kein Gewürz und an Kräutern kennen sie wohl auch nur Koriander. Das macht das mir bisher bekannte einheimische recht fad, aber hier im Waffelhaus sind wir gut ausgestattet, um lecker zu essen. Ernähren tu ich mich bisher von arepas mit Butter, Käse, Spiegelei, Marmelade (abhängig von der Tageszeit) und süßem Brot mit Käse oder Marmelade. Dazu gibts Tee (gibt nur schwarz oder grün), Kaffee, Wasser und Cervesa. Die lokale Kulinarik wurde und wird auch weiterhin probiert.


Kurioses Anderes
– Toilettenschüsseln sind immer zu 3/4 mit Wasser gefüllt
– Benutztes Klopapier kommt daneben in den Mülleimer
– Überall Straßenverkäufer
– Dazu schreiende Straßenverkäufer