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Australien Tourtagebuch – Tag 6 – Runter vom Rad

Nach nur 6 Tagen unterwegs hab ich mich entschlossen meine Zeit in Australien anders zu verbringen.

Wenn ich mal einen Urlaub nicht vorbereitet hab, dann war es dieser. Weder die Distanzen, noch das tropische Klima und die Regenzeit war mir bewusst. Zuallererst hatte ich die Tickets gekauft und mich erst dann weiter informiert. Nun kommt die Antwort.

Es ist heiß. Und es ist schwül. Vor allem anderen ist es schwül. Es kann gut und gerne 80% Luftfeuchtigkeit haben. Neben vielen anderen Dingen, wie der Verkehr, meine Fitness, der kaputte Gepäckträger und dadurch die nur halbe Anzahl an Gängen sind es hauptsächlich die Hitze und Luftfeuchtigkeit, die mich vom Rad holen. Es ist einfach zermürbend. Und es macht mir kein Spaß.
Daher hab ich mich entschlossen meine restliche Zeit in Down Under anders zu verbringen. Gleich gehts mit dem Bus nach Brisbane zu Freunden und dann werd ich meine Pläne anpassen und mir etwas anderes Schönes suchen, was ich mache. Ich bin sicher, dass ich fündig werde :-)

Australien Tourtagebuch – Tag 1 – Darwin, Tennant Creek und Townsville

Nun bin ich mittlerweile 9 Tage in Australien und bin noch nicht eine einzige Etappe geradelt :-(

Da ich nur so ein bisschen grob geplant hatte, war mir bei Buchung meiner Flüge nicht klar, dass der Norden Australiens tropisch ist, geschweige denn, dass dazu auch noch Regenzeit ist. In der es sehr heiß wird und auch häufig unerwartet, aber stark regnet. Die sporadischen Monsune überfluten die Straßen zwische Darwin, Tennant Creek und Townsville und Gelegenheiten Wasser nachzufüllen können mehr als 250km entfernt sein. Nun ja, das waren für mich einige Gründe die Strecke von Darwin an die Ostküste nicht mit dem Rad, sondern mit dem Bus zurück zu legen.

Trotzdem hatte ich wirklich schöne Tage in Darwin mit meinem Gastgeber Alex und Townsville mit meinen Gastgebern Mick and Jen :-)

Australien Tourtagebuch – Tag 1 – Mein Weg nach Austalien

  • Bahnfahrt von Bochum nach Frankfurt: 3 Stunden
  • Warten in Frankfurt: 5 Stunden
  • Flug von Frankfurt nach Dubai: 6 Stunden
  • Warten in Dubai: 4,5 Stunden
  • Flug von Dubai nach Perth: 8 Stunden
  • Warten in Perth: 7 Stunden
  • Flug on Perth nach Darwin: 4,5 Stunden
  • Fahrt mit dem Rad vom Flughafen Darwin zu meinem Warmshower Host Alex:

In Darwin angekommen habe ich mich erstmal daran gemacht das Rad, das ich zusammen mit all meinen anderen Klamotten in einem Fahrradkarton gestopft hab, zusammenzubasteln. Da gab es dann die ersten neugieren Blicke und Gespräche. Das basteln hat ein Weilchen gedauert und währenddessen fing es erst an leicht zu regnen, wurde dann aber auch fix stärker. Ich schrieb meinem WS-Host Alex:

“Took me some time but finished assembling my bike. Not sure about waiting for the rain to stop or to ignore it. What do you think? Is there a chance it stops raining in the next 30min or will it more likely go on and on?”

Seine Antwort war:

“no point waiting. it will go all day. you have to come in time for the monsoon”

Er hat das beängstigende Wort mit M gesagt. Ich also mein Regenschutz über die Taschen, Regenjacke übergezogen, bei Google Maps schnell die Route eingetippert, das Handy in die Kartenhülle der neuen Lenkertasche gestopft und dann meine ersten Kilometer in Australien bei 30°C und strömenden Regen gefahren :-)

Und weil das alles so lustig ist auch noch zur komplett falschen Adresse!
Google hat mich, um zur Adresse “43 Ryland Road, Darwin” zu kommen durch das wirklich schöne Casuarina Coastal Reserve geschickt, allerdings zum Royal Darwin Hospital und nicht zu Alex. Warum auch immer. Naja, als ich es bemerkt habe, gings dann halt zur richtigen Adresse und dazu größtenteils die Trower Road runter fahre. Also fuhr ich die Trower Road runter.

Ich fuhr und fuhr und hatte Regentropfen auf der Brille, ungewohnte Linksverkehr, Jetlag, Regentropfen auf der Kartenhülle und mein Handy verloren!

Ich habe nichts mehr durch die Folie der Kartenhülle gesehen und Google Maps hat auch nicht mehr mit mir gesprochen, also musste es weg sein. Trotteltobi, dachte ich mir. Keine Stunde auf dem Rad und schon das Handy verloren. Ich radelte also langsam auf dem Bürgersteig zurück, den Blick auf die Straße gerichtet, auf der ich mein armes, überfahrenes Handy vermutete. Hab’s allerdings bis zu der Stelle, an der ich das letzte Mal drauf geschaut habe, nicht gefunden. Ein bisschen traurig und resigniert stocherte ich in der Kartenhülle herum und fand dort mein Handy, das wohl dachte es wäre superlustig sich einfach mal auszuschalten :-)

Nach ein paar letzten Kilometern kam ich klatschnass aber glücklich bei meinem Warmshower Host Alex an :-)

Island – Tag 2 – Fimmvörðuskáli

Frisch gestärkt mit Müsli ging es mit gepackten Rucksäcken und schnittigen Windböen dann nochmals den steilen Anstieg des Skógafoss hoch. Grob geschätzt ging es in den ersten Stunden entlang der Skógar an mehr Wasserfällen vorbei als ein Wanderer Finger hat. Nach einem Päuschen samt Nickerchen, Tänzchen und Zumba im Wind wanderten wir immer weiter stetig bergauf. Die Vegetation wurde immer karger und verschwand wurde zu Sand und Stein. Lediglich der Wind – unser treuer Begleiter – war stets zur anwesend. Obwohl wir schon Gepäck umverteilt hatten, machte sich Ariks Hüfte aufgrund des schweren Rucksacks mit jedem Höhenmeter mehr und mehr bemerkbar. Unser Tagesziel Fimmvörðuskáli lag auf etwa 1.000 Metern und wir alle wusste, dass diese erste Etappe die anstrengendste sein würde. Als wir einen Kilometer vor der Hütte die einige Jahre zuvor restaurierte, sehr einladend wirkende Schutzhütte Baldvínskáli erreichten pausierten wir erstmal. Nach einem Kaffee in der angenehm windsicheren Hütte entschieden wir unsere Pause auszudehnen und unsere Zelte hier aufzuschlagen.

Allerdings waren wir uns nicht sicher, ob das erlaubt war und der Hüttenwart sollte laut Zettel “Bald wieder da sein”. Nachdem wir die Zelte aufgebaut hatten und ich der wiederkehrenden Hüttenwärterin beim Wasser tragen half, kamen wir ins Gespräch und Siegrid (ich nenne sie einfach mal so, da ich den Namen vergessen habe :) erzählte mir auf Nachfragen von traditionellem isländischen Gerichten. Da gibt es den relativ einfach zu beschreibenden Schafskopf (Jap, ganz genau das. Ein Schafskopf), der halbiert in einer Art Gemüsesuppe gekocht und genau so serviert wird. Zudem gibt es so etwas, wie den englischen Meat-Pie – allerdings mit Lammhoden. Und zu guter letzt gibt es dann noch folgendes: Die überall rumstreunenden süßen isländischen Schafe werden über die Sommermonate im April auf die Wiesen getrieben und der komplette über den Winter angesammelte Schafdung nach draußen zum trocknen gekehrt. Bevor im September die Schafe dann wieder rein geholt werden, wird der getrocknete Schafsdung im Stall angezündet, um die nach isländischen Kriterien geschlachteten Schafe im Schafsdungrauch zu räuchern. Hmmmm, lecker…

Wir aßen unsere Astronautennahrung und verkrümelten uns bei knapp über den Gefrierpunkt und ner sehr steifen Brise in unsere Zelte. Die klimatischen Bedingungen auf 1.000 Metern in Island sind übrigens vergleichbar mit 3.000 Metern in den Alpen :-)